Dez 21st, 2011
Wenn Küchengott, dann aber richtig
Im deutschen Fernsehen feiern anspruchsvolle Kochsendungen, bei denen mit Sternen dekorierte Spitzenköche in einer Kochjacke zeigen, wie die Zuschauer komplizierte und aufwändige Gericht zubereiten können, große Erfolge. Auch Gourmet Restaurants, in denen feinste Küche serviert wird, erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch immer mehr Verbraucher das Hobby Kochen für sich entdecken. Der Trend geht dabei eindeutig weg von der Zubereitung deftiger Hausmannskost hin zu erlesenen Speisen, deren Zutaten meist teuer und deren Zubereitung kompliziert und schwierig ist.
Die neuen Freizeitköche
Wer sich an diesen Vorbildern orientiert, möchte auch am heimischen Herd etwas Außergewöhnliches herstellen, mit dem man auch bei geladenen Gästen an einer festlichen Tafel glänzen kann. Und tatsächlich ist es überraschend und beeindruckend, welch raffinierte Köstlichkeiten in privaten Esszimmern serviert werden. Gemeinsames Essen wird immer mehr zum besonderen Event statt zur alltäglichen Gewohnheit. Dabei greifen auch zunehmend Herren zum Kochlöffel und zeigen oft besonders großes Talent. Sie legen in der Regel sehr viel Wert auf Professionalität: Eine moderne, mit allem Luxus ausgestattete Küche ist für viele eine Selbstverständlichkeit, während das Improvisieren beim Kochen nicht geschätzt wird. Ebenso werden schicke Kochbücher, die ausgefallene Spezialitäten zum Nachkochen vorstellen, zur Lieblingslektüre. Mit Gleichgesinnten stehen diese neuen Hobbyköche im ständigen Austausch über die neuesten Rezepte und Kochkniffe.
Der Weg zum (privaten) Spitzenkoch
Doch so einfach aus dem Stand wird niemand zum erfolgreichen, ambitionierten Hobbykoch, der souverän in einer Kochjacke die leckersten Dinge zubereitet. Bis aus einem passionierter Freizeitkoch ein richtiger Küchengott wird, ist es ein langer Weg, auf dem auch zahlreiche Rückschläge zu verkraften sind. Nur wer sich durch Misserfolge nicht entmutigen lässt, wird es schaffen, zum echten Küchenkünstler zu werden. Ein Kochkurs bei einem Profi kann dabei sehr hilfreich sein: Auch die besten Kochbücher können das technische Know-How und die Erfahrungen, die auf diese Art weitergegeben werden, nicht ersetzen. "Weniger ist mehr", dieser bewährter Grundsatz gilt auch und ganz besonders fürs Kochen. Gerade am Anfang der Karriere als Hobbykoch ist es empfehlenswert, sich auf einfache Gerichte zu beschränken, statt sich mit komplizierten Rezepten zu verzetteln. Damit ein schlichtes Essen zum kulinarischen Highlight werden kann, muss in erster Linie die Qualität der Zutaten stimmen: Frische und Ursprünglichkeit sind dabei Trumpf, am besten werden Gemüse, Obst und Fleisch entweder auf dem Wochenmarkt oder beim Biobauern gekauft. Alle Fertigprodukte wie Soßenbinder, Würzmischungen mit Geschmacksverstärkern und Ähnliches sollten ambitionierte Hobbyköche strikt meiden. Schnell wird man bei der Zubereitung von Menüs bemerken, dass in der Küche zu Hause ein wohl durchdachtes Mise en place genauso unentbehrlich ist wie in der Spitzengastronomie: Alle Zutaten müssen vorbereitet zur Hand sein, nur so kann man zeitgenau und präzise kochen. Das bedeutet im Einzelnen, dass Gemüse fertig geputzt und geschnitten oder Fleisch gewaschen und zerlegt zur Hand sein müssen. Übrigens lassen sich für solche Vorbereitungsarbeiten Familienangehörige wunderbar einspannen. Hat man die ersten Erfolge mit schlichten, aber ambitionierten Gerichten gefeiert, kann man sich langsam an immer schwierigere Rezepte wagen.